♦ R E L I G I O. Formen und Repräsentationen mittelalterlicher Frömmigkeit ♦
Herausgegeben von
Christoph Auffarth, Felix Heinzer, Thomas Lentes, Volker Leppin, Nigel F. Palmer
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Religio: Unter diesem Begriff, der zuerst in den vorchristlichen Komödien des Plautus und den politischen Reden Catos d. Älteren belegt ist, wurde im Herbst 2008 eine neue Reihe ins Leben gerufen. „Religio“ bezeichnete beim ersten Aufkommen die gewissenhafte Beachtung und Einhaltung von Kultvorschriften. Im Mittelalter wurde „religio“ zunächst mit Glaubensgemeinschaft dahingehend gleichgesetzt, dass z. B. „religiosus“ mit Mönch oder „status religionis“ als Ordensstand zu übersetzen ist. Insbesondere seit dem Hochmittelalter, so v. a. seit Bonaventura und Thomas von Aquin, wird „religio“ als Tugend aufgefasst, mit der die Menschen überhaupt die Möglichkeit haben, (dem einen!) Gott zu dienen und ihn zu verehren, d. h. also Gott das Geschuldete zu erstatten. Der von den Herausgebern in den Blick genommene Begriff „religio“ führt noch über diese Prägung hinaus: Die inhaltliche Konzeption von „religio“ wird um den neuzeitlich geprägten Begriff der Religiosität, also um die verschiedenen Arten von Glaubenseinstellungen bzw. –haltungen und deren meist rituellen Ausdrucksweisen, erweitert. „Frömmigkeit“, d. h. das religiöse Verhalten der Menschen, ihre Gesinnung sowie ihr Handeln mit Blick auf Gott, präzisiert und verdeutlicht zugleich dieses weitgefasste Verständnis von „religio“. Eine zeitliche Eingrenzung erfolgt dabei auf das Mittelalter, also die Epoche zwischen dem Untergang des weströmischen Kaisertums bzw. Ende des Völkerwanderung sowie dem Umbruch zur frühen Neuzeit. Dabei bleiben auch die Ränder und Übergangsphasen interessant und im Blick der Reihenkonzeption. Geographisch beschränkt sich die Reihe auf den mittelalterlichen Kulturraum des Abendlandes, prägnanter gesagt auf das europäische Mittelalter.
Mittelalterliche Frömmigkeit repräsentierte sich in vielfältigen Formen. Darunter fallen alle verbalen und nonverbalen, schriftlichen oder oralen Ausdrucksformen, die in religiösen bzw. religiös geprägten Praktiken, Konzepten, Funktionen oder Texten verortet werden können. Kritische Editionen mit moderner Übersetzung und wissenschaftliche Kommen-tierungen mittelalterlicher Quellen sind z. B. nur ein möglicher Ansatzpunkt, um sich mit mittelalterlicher Frömmigkeit vor dem Hintergrund der Trias „Religion – Kirche – Literatur“ zu beschäftigen. Damit ist ein interdisziplinär relevantes Feld umschrieben. Entsprechend wollen die an der Reihe beteiligten Wissenschaftler Veröffentlichungen aus dem Bereich der mittellateinischen wie der volkssprachigen Philologien, der historischen Theologie sowie der Religions- und Geschichtswissenschaft anregen, fördern und ihnen ein Forum zur Publikation geben. Hierzu sind alle Verfasser und Herausgeber einschlägiger Veröffentlichungen wie Dissertationen, Habilitationen, Tagungs- und Sammelbänden oder Monographien eingeladen. Entsprechend der Philosophie des Bachmann Verlages wollen die Herausgeber auch interdisziplinäre Untersuchungen zur genannten Thematik in die Reihe aufnehmen, die in deutscher, englischer, französischer oder italienischer Sprache verfasst sind. |
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